Ökologische Aufwertung einer landwirtschaftlichen Fläche in Heikendorf

Verortung neues Waldstück in Heikendorf

Die angekündigte Waldaufforstung soll Anfang 2023 losgehen. Auf dem ca. 5 ha großen Acker hat unser Vereinsmitglied Frank Gesche den Auftrag der Gemeinde Heikendorf erhalten und die vorbereitenden Arbeiten bei dem Gewässer 9.a sowie einem kleinen Tümpel ausgeführt.

Für die Renaturierung wurde der Entwässerungsgraben ausgebaggert, verbreitert und zu einer Seite abgeflacht und bietet damit kontrollierte Überschwämmungsbereiche. Die Senke (ehemaliges Toteisloch?) wurde von Fa. Gesche unter fachlicher Begleitung der Biologin Melanie Schubert neu modelliert bzw. vertieft.

Für die naturnahe Teichanlage wurde ein Entwässerungsschacht und dessen Drainagezuläufe entfernt, eine Abbruchkante neugestaltet und Schilfkolben und Rispenseggen an die Seite versetzt.

Die Gemeinde Heikendorf wird im ersten Quartal 2023 den Acker aufforsten, ein Mix aus Buchen, Eichen, Rosskastanien, Rotbuchen und einigen anderen Arten soll einen artenreichen Mischwald entstehen lassen. Zudem wird ein kleiner Wanderweg über das Areal angelegt.

Der VEFPU wird sich dahingehend einbringen, dass wir Findlinge kaufen und einen Steinhaufen anlegen. Dieser wird dann von Eidechsen und anderen Reptilien besiedelt und dient manchen Amphibien als Tagesversteck oder Winterquartier. Ebenfalls wollen wir die übriggebliebenen Kieselsteine in das renaturierte Gewässer (9.a) einbringen, um die Biodiversität zu erhöhen und neben dem geplanten Wald auch noch heimische Sträucher pflanzen.

P.S. Der Anteil der Waldfläche in Schleswig Holstein an der Gesamtfläche beträgt 10,3% und die Landesregierung hat sich mit 12 % Waldanteil einen Anstieg um fast 2 % als Ziel gesteckt. Heikendorf trägt mit dieser Neuwaldfläche Am Haffkamper Weg vorerst -mit 0,3 % Waldwachstum- dazu bei.

Vefpu Stand im Rahmen des Heikendorfer Hafenfestes

Auf Einladung der Gemeinde Heikendorf hatten wir im Rahmen des Heikendorfer Hafenfest einen Stand auf der Stinnesparkwiese aufgebaut, um über unseren Verein zu berichten und vor allem Informationen über durchgeführte Arbeitseinsätze und zukünftige Maßnahmen zu vermitteln.

Welche Tiere könnten in welche Nistkästen einziehen   – wurde bei neun richtigen Antworten mit einem selbstgeschnitzten Vefpu Stock belohnt.

Ein besonderer Dank geht an unsere Vereinsmitglieder Manfred Martini für das  neue Vefpu Plakat, an Tobias Kirschner für die Standbetreuung und vor allem an Jörg Hantelmann für die geschnitzten Stöcke und die Kästen/Leiter Konzeption.

Müllnester im Ufer- und Schilfbereich

Bei der alljährlichen Müllsammelaktion am 27 März 2021 konnte erfreulicherweise weniger Müll gesammelt werden als im Jahr zuvor und sogar nur ca. 20 % der Menge von 2019. Für den sichtbaren Bereich der Gehwege zwischen Dammteich und Ostsee ist somit eine Verbesserung im Jahresvergleich sichtbar. Aber dieses gilt nur für den groben Müll…

Auch im Bereich der Mündung der Mühlenau wird durch Hochwasser regelmäßig kleiner „Müll“ angespült und hier zeigt sich die Tragik der weltweiten Müllprobleme.

Kaum Sichtbar zwischen den Steinen liegt eine noch ernsthaftere Gefahr für das Leben im Meer und auch für die Gesundheit des Menschen – das Mikroplastik. Je länger Plastik in den Ozeanen treibt, desto stärker wird es durch Reibung, Salzwasser und UV-Strahlung zerkleinert in immer kleinere Stücke, welche sich überall verteilen und durch ihre Größe von unter 5mm kaum noch entfernt werden können.

Der VEFPU hat eines dieser Treibsel- Nester untersucht und über 80- Plastik bzw. Styropor-Bruchstücke herausgefiltert.

Auf diesem Bild sind nur ca. 20 der Müllpartikel -aus einem Nest neben der Altheikendorfer Dampferbrücke- herausgefiltert – die anderen ca. 60 stecknadelgroßen Müllpartikel sind in der Biomasse gut versteckt + Mikroplastik.

Die alljährliche Müllsammelaktion dauert immer nur 2-3 Stunden , diese Zeit gerade im Mündungsbereich der Mühlenau mit 10 Müllsammlern (auf allen Vieren, mit guten Augen) reicht um ca. 50 m² zumindest vom feineren Müll zu entfernen….bis das nächste Hochwasser kommt !

natürliche Abflusswasserrinne aus dem Dammteich/ Entsiegelung Verbindungsweg

Der Vefpu hatte in seinem Maßnahmenpapier 2019 bereits unter der Maßnahme 11 eine Sohlgleite zwischen Dammteich und K51 als größere Maßnahme eingeplant.

Nach mehreren Abstimmungen über die strukturverändernden Maßnahmen kamen bereits bei leichten Kieseleinbringungen Bedenken hinsichtlich eines gestörten Wasserablaufes. Es konnten keine wasserrechtlichen Genehmigungen durch die untere Wasserbehörde des Kreises Plön eingeholt werden.

Auch der Besitzer des Mühlenbachs und von Dammteich das Gut Schrevenborn ist für den reibungslosen Niederschlagswasserablauf über die Mühlenau und den Dammteich verantwortlich, und hatte bei den kleineren geplanten Maßnahmen des Vefpu auch diese Thematik im Fokus.

Bei den in Aussicht stehenden städtebaulichen Planungen der Gemeinde Heikendorf wird zunehmend Fläche versiegelt, das Regenwasser kann nicht versickern und fließt schneller in die Mühlenau und somit zum Dammteich ab, das bestehende Überlaufrohr kann bei Starkregen Ereignissen immer mehr zum Nadelöhr werden.

Mögliche Sohlgleite aus dem Dammteich

Aus Sicht des VEFPU ist es angesichts der bisherigen behördlichen Bedenken und weiteren Planungen damit unausweichlich, eine natürliche Abflussmöglichkeit aus dem Dammteich zu gewährleisten. Mit dem Bau einer Sohlengleite kann auch die biologische Durchgängigkeit wieder hergestellt werden, denn der im Ablaufbereich des Dammteiches vorhandene Gefällesprung ist ein für Fische und Kleinlebewesen nicht passierbares Hindernis.

Beispiel einer Sohlgleite /Aufnahme Herr Schering LKN

Als Vorbereitung dieser Maßnahme kann in einem vorgezogenen Schritt der alte und marode Schrevenborner Verbindungsweg entsiegelt werden, die Asphaltschicht als nicht tragender Damm kann zugunsten eines kleinen wassergebundenen Weges abgetragen werden.

Überflüssiger Verbindungsweg am Dammteich

Ein „neues“ Zuhause für den Eisvogel

Am vergangenen Samstag haben wir uns zu einem Arbeitseinsatz getroffen, um zwei Eisvogelbruthöhlen aufzustellen. Im Vorfeld hatte sich der VEFPU viele Informationen geholt und eine Begehung zur optimalen Standortsuche mit Wilfried Stender vom Interessenkreis Schwentine Eisvögel durchgeführt. Neben den technischen Bauanforderungen für eine wahrscheinliche Benutzung, mussten Wasser Pegelstände, das Ausschließen vor Fremdbelegung oder Schutzvorrichtungen vor Mader, Ratten, Katzen und Störungen durch den Menschen bedacht werden.

Der Eisvogel gräbt seine Röhren ins Erdreich und legt im Innern einen „Kessel“ als Nisthöhle an. Dazu sind Steilufer oder Abbruchkanten in Gewässernähe erforderlich.

Nach dem Aufstellen des Nistkastens wird er mit Erdarbeiten an die natürliche Umgebung angepasst und anschließend mit Buschwerk bedeckt.

Leider fehlt es in Heikendorf oft an geeigneten Brutplätzen, da die natürlichen Steilufer durch künstliche Begradigungen beseitigt wurden. Unsere Nisthilfen stellen quasi die Nachbildung eines Steilufers dar, sind mit einer Brutröhre und einem innen liegenden Kessel versehen. Wichtig ist, zwei solcher Bruthilfen nahe beieinander anzubieten, denn das Eisvogelmännchen füttert die fast flüggen Jungtiere in der einen Bruthöhle noch, während das Weibchen bereits in der benachbarten Bruthöhle auf einem neuen Gelege sitzt.

Mit Lehm bestrichene Frontansicht der Bruthilfe mit den 2 Einfluglöchern

Mit maschineller Unterstützung durch Garten- und Landschaftsbau – Frank Gesche konnte die Aktion innerhalb von wenigen Stunden durchgeführt werden. Für das Fundament wurde der sog. Amtsschimmelkieshaufen am Dammteich verkleinert und zusätzlich ca. 4 Kubikmeter Mutterboden aufgeschüttet. Nun hoffen wir auf Bruterfolge.

Der VEPU möchte sich recht herzlich für die Spenden bei den Gemeindewerke Heikendorf, dem HGV Heikendorf und Anna Hantelmann bedanken.

Der Projektleiter Jörg Hantelmann beim Verfüllen des Nistkastens erläutert das wichtige Verfüllen mit Erde auf diesem Video


Blühstreifen am „Kunstrasen“

Der VEFPU ist in die Ausschreibung der Gemeinde Heikendorf gegrätscht.

Bei der Außengestaltung des neuen Kunstrasenplatzes der Gemeinde Heikendorf, sollte der Verbindungsweg zwischen Ligaplatz und Sporthallen als Rasenfläche angelegt werden.

Nach kurzer unkomplizierter Abstimmung mit der Verwaltung des Amtes Schrevenborn, wurden die Vorteile einer angelegten Blumenwiese aufgezeigt und kurzfristig umgesetzt.

Mitte April wurde dann in den -ohnehin- sandhaltige Boden Wildblumen-Saatgut eingebracht.

Voller Dammteich, hoher Abfluss

Der anhaltende Regen im Februar 2020 sorgt für einen hohen Pegelstand beim Dammteich, und es fließt viel Wasser in die Mühlenau. Im unteren Bereich sorgt das dagegendrückende Hochwasser der Ostsee für Überschwemmungen im Schilfbereich.

Ein „richtiges“ Zuhause für den Eisvogel

Wilfried Stender vom Interessenkreis Schwentine Eisvögel (http://schwentine-eisvogel.info/) war im Dezember auf Einladung des VEFPU zu Besuch in Heikendorf.

2019 gab es seitens der Vereinsmitglieder bereits mehrere Sichtungen, sowohl am Dammteich als auch im Mündungsgebiet der Mühlenau, so dass die vorsichtige Annahme getroffen werden kann, dass dieser kleine fliegende Diamant in Heikendorf heimisch ist. Ob es sich bei den gesehenen Tieren, um Gäste (Jungvögel) der Schwentine, oder schon um hiesige Aufzuchten handelt ist nicht belegt. Die vor mehr als 20 Jahren angelegten Bruthöhlen erfüllen nicht mehr ihren Zweck.

Als eine Fördermaßnahme ist nunmehr der erneute Bau von Nisthilfen vorgesehen und Wilfried Stender hat bei der Begehung sein umfangreiches Wissen an Jörg und Sven weitergegeben. Laut dem Experten eignen sich einige Bereiche mehr und andere weniger für die Platzierung der Brutmöglichkeiten. Neben den technischen Bauanforderungen für eine wahrscheinliche Benutzung, müssen auch Wasser Pegelstände, das ausschließen vor Fremdbelegung oder Schutzvorrichtungen vor Mader, Ratten und Katzen bedacht werden.