Exkursion an die Kronsbek

Am 16. November hat das VEFPU Projekt ‚Meerforellen Laichplatzkartierung‘ eine sehr gelungene Exkursion an die Kronsbek durchgeführt.
Unser VEFPU Mitglied Lasse hat die Exkursion zusammen mit Jörg organisiert. Beide sind Kenner der Kronsbek, auch Aschau genannt. Die Kronsbek wurde in 2017 an einem etwa 500 Meter langen Abschnitt durch das MELUF in Zusammenarbeit mit dem Wasser und Bodenverband Aschau renaturiert.

Der 2017 renaturierte Abschnitt der Kronsbek hat sich von einem ursprünglich schnurgeraden Verlauf bereits deutlich erkennbar zu einem leicht mäandrierenden Verlauf verbessert


Ziel der VEFPU Exkursion war es, die umgesetzte Renaturierungsmaßnahme zu besichtigen und dabei Erkenntnisse für die an der Heikendorfer Mühlenau anstehende Umsetzung des Maßnahmenplans zu gewinnen. Folgende Maßnahmen wurden an der Kronsbek umgesetzt:

Einbringung von Findlingen und Holzverbauungen zur Veränderung der Strömungsstruktur.
In die Kronsbek wurden Findlinge, Holzstämme und Wurzelstubben in das Gewässer fest eingebracht. Dadurch sind deutlich sichtbare Strömungsveränderungen mit Strömungsschatten, Verengungen und Beschleunigungen entstanden. Beeindruckend ist dabei wie  schnell sich die Tiefenvarianz positiv entwickelt hat. Ebenfalls ist bereits deutlich eine Laufveränderung durch die pendelnde Strömung zu sehen.

Einbringung von Kies zur Verbesserung der Sohlstruktur.
Dabei sind an einigen Stellen Kiesdepots jeweils an den Gewässerrand eingebracht worden. Diese sind ursächlich für die Entstehung von Kolk- Furt- Folgen mit hochwertigen Lebensräumen für die Bachbewohner. Auch diese Maßnahme zeigt also sehr schnell Wirkung. Wir konnten dieses ganz deutlich anhand der vielen Meerforellen  und der frisch geschlagenen Laichkuhlen im renaturierten Abschnitt beobachten. Im Gegensatz dazu stehen die nicht verbesserten Gewässerabschnitte mit Vorflutercharakter. In diesen halten sich kaum Meerforellen auf, erfolgreich laichen können sie dort nicht.

Abflachung des durch Ausbaggerungen entstandene V Profils nebst Pflanzung von Erlen zur Verbessserung der Beschattung und Uferstruktur.
Durch die flacher ansteigende Böschung hat der Bach ausreichend Raum zur Laufveränderung, welche wie bereits oben erwähnt deutlich sichtbar ist. Die Baumpflanzung ist klar erkennbar, allerdings wird die Maßnahme erst mittelfristig Wirkung zeigen. Die Bäume benötigen schlicht noch mehr Zeit zum Wachsen. Dann werden sie die Uferstruktur prägen. 

Die Kronsbek fließt durch einen naturnahen Mischwald und kann sich dort ungehindert entwickeln.

Oberhalb des renaturierten Bereiches befand sich die Kronsbek schon vorher in einem tollen naturnahen Zustand, sie fließt durch Mischwald und kann sich frei entwickeln. Hier wurden richtigerweise auch keine Maßnahmen umgesetzt, da schlicht nicht notwendig. Auch hier sind Laichgebiete der Meerforelle. Im weiteren Verlauf in Richtung Quelle verliert sie ihren naturnahen Zustand wieder und fungiert als Vorfluter. Hier liegen noch große Verbesserungspotenziale. 

Insgesamt haben wir einen hochinteressanten und informativen Vormittag verlebt, eine tolle Exkursion!
Der Dank gilt Lasse und Jörg für die Führung. Es ist immer wieder beeindruckend, welch schöne Bäche wir in unserer Region haben.

Lasse und Jörg im begradigten Bereich der Kronsbek. Hier ist Potenzial für weitere Gewässerstrukturverbesserungen.

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